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allgemein out and about

Eine hippe Kaffeekultur

Ihr seid immer noch der Meinung Hipster bzw. hippe Menschen sitzen mit ihren MacBooks im Starbucks und trinken dort ihren Kaffee? Das war vielleicht einmal! Außer es ist ein Skinny Vanilla Soja Latte – natürlich 100% Bio, und Vegan :P. Seit der Erstellung der Hipster Klischees haben sich einige Dinge geändert und der Kaffee-Trend geht eher zu den individuellen, urbanen und kreativen kleinen Cafés mit Charakter. Vielleicht ist es euch auch schon aufgefallen, dass diese zur Zeit in vielen In-Vierteln der Großstädte sprießen. Ich finde diese kleinen süßen Cafés haben so einen gewissen Flair, bei dem man sich sofort wohl, inspiriert und motiviert fühlt. Man kann dort ohne Weiteres einen kompletten Nachmittag verbringen – chillige Deep House/Elektro Musik, Kaffeeduft und interessante Leute. Jetzt im Frühling kann man auch wunderbar draußen in der Sonne sitzen und den köstlichen Kaffee mit den Sonnenstrahlen im Gesicht auf sich wirken lassen. Ein Traum! Und wenn für den Außenbereich kein Platz und keine Möbel vorhanden sind? Um so besser! Dann werden wild zusammengewürfelte Tische und Stühle mit Sitzkissen rausgestellt. Auch die Inneneinrichtung ist oft sehr kreativ und ein kleines Kunstwerk für sich: alte, nicht zusammenpassende Möbel; Gläser oder Vasen aus Marmeladen- oder Einmachgläsern; nackte Glühbirnen, die als Lampen von der Decke hängen. Eine völlig andere Welt zu den meist komplett gleichen und von oben bis unten von namhaften Innenausstattern designten Kaffeehausketten. Ich bevorzuge definitiv die erstere Version.

Doch nicht nur die Auswahl an Cafés ist inzwischen groß, die Bandbreite an verschiedenen Kaffee-Angeboten lässt auch keine Wünsche mehr offen – für jeden ist das passende dabei. Es gibt Cafés mit Gastro-Kaffeemaschinen oder sogar Vollautomaten oder auch den „good old“ Filterkaffee. Diesen Filterkaffee haben einige Betreiber sogar bis zu einem Grad perfektioniert, dass man ihn quasi schon als Kunst betrachten kann – und gefühlt auch eine Ausbildung für die Zubereitung braucht 😉 Der Kaffee schmeckt dann natürlich auch besser – Realität oder Einbildung? Das bleibt wohl wie vieles auch eine Geschmackssache. Aber alleine die Tatsache, dass sich jemand bei der Zubereitung so viel Mühe gibt, verdient ein gewisses Maß an Anerkennung. Dementsprechend wird dieser Kaffee wohl meist eher langsam getrunken und genossen  – zumindest stelle ich mir das so vor und in meinem Kopf macht es auch Sinn 😉

Das schöne an diesen kleinen unabhängigen Café Bars ist, dass sie ihre Bohnen oft von kleinen und meist lokalen Röstereien beziehen. Es ist doch besser mehr für seinen Kaffee für eine gute Qualität und eine Flucht aus dem Alltag zu bezahlen, statt den extra Euro an eine Kette allein für die Marke zu geben. Es gibt schon seit Jahren die Bewegung in Richtung hochwertigerer Lebensmittel und bewusstem Genuss. Diese ist definitiv auch beim Kaffee angekommen.

Chemex® Kaffee-Karaffe
Was ich an den kleinen independent Cafés toll finde, sind die Menschen die sich dort aufhalten. Im Gegensatz zu den bekannten und bereits genannten Ketten, wo man meistens Touristen und manchmal auch Businessleute antrifft (was der oft zentral gewählten Lage geschuldet ist), findet man in den kleinen versteckten Café überwiegend kreative, individuelle und entspannte Leute. Keine Fließbandabfertigung mehr sondern man entschleunigt den Alltag und nimmt sich bewusst Zeit, die schönen Dinge des Lebens zu genießen. Vielleicht sollte man auch in der Zeit des Besuchs sein Handy und Laptop auch mal komplett weglegen und diese kleine Kaffeepause ungestört auf sich wirken lassen. Stop the glorification of busy und wir sollten wieder mehr intellektuelle Bohemiens sein!

 

Kaffeekultur - but first coffee !
Kaffeekultur – but first coffee !